Die One-Club Men rocken sich zum Titel
Die Saison 2020/21 fällt in keine
normale, keine einfache Zeit. Das Coronavirus hält die Welt in Atem und
verdrängt gewissermaßen alles, zunächst auch den Fußball. Als der zurückkommt,
sorgen die leeren Stadien für eine bedrückende Stimmung. Endspiele sind davon
nicht ausgenommen. Der spanische Fußballverband RFEF hat 2020, kurz vor Beginn
der Pandemie, seinen Supercopa-Wettbewerb unter dem Protest vieler Vereine,
auch des Athletic Club, nach Saudi-Arabien verlegt – oder verkauft, um es
beim Namen zu nennen. Die Ausgabe von 2021 wird aber dann wegen der Pandemie
doch nicht im Nahen Osten ausgetragen. Das altehrwürdige Estadio de la Cartuja
in Sevilla, ebenfalls Schauplatz der Endspiele der Copa del Rey, muss als
Ersatzort herhalten.
Und so trifft dort im Januar 2021 Athletic, das im Halbfinale Real Madrid
ausgeschaltet hat, auf den FC Barcelona. Deprimierend die Aussicht, einen
solchen Klassiker ohne Publikum in der weitläufigen Arena austragen zu müssen.
Der Ansicht dürften auch die Athletic-Spieler gewesen sein, und so wollen sechs
von ihnen für einen besonderen Rahmen sorgen. Außer mit der üblichen Ausrüstung
wird daher der Mannschaftsbus auch noch mit einer Trompete, einem Schlagzeug,
drei Gitarren und einem Bass beladen. Mit Trainer Marcelino García Toral ist
das Ganze natürlich abgesprochen. Er nennt nur eine Voraussetzung dafür, dass
die Instrumente nach dem Spiel aus dem Bus genommen werden dürfen: Das Finale
muss gewonnen werden.
Beim Endspiel sind Asier Villalibre, Mikel Balenziaga, Iñigo Lekue, Óscar de
Marcos, Mikel Vesga und Dani García noch ein kleines bisschen motivierter als
sonst, für ihre Farben alles zu geben. Sie sind die Mitglieder der Band „Orsai“,
und im Anschluss an das Finale wollen sie ihren neuen Song in exklusiver Runde vorstellen.
Auch ein Musikvideo soll aufgezeichnet werden. Im Spiel laufen Balenziaga, de
Marcos und García von Beginn an auf und leisten ordentliche Arbeit – was
jedoch gegen ein solides, aber kaum inspiriertes Team aus Barcelona nicht
auszureichen droht. Als knapp zehn Minuten vor Schluss die andere Hälfte der
Band eingewechselt wird, sieht es nach einer Niederlage aus. 1:2 lautet der
Spielstand aus der Sicht von Athletic. Doch Asier Villalibre, gerade einmal
seit sieben Minuten auf dem Feld, will sich sein Trompetensolo offensichtlich
nicht verbieten lassen und trifft kurz vor Schluss zum Ausgleich. In der
Verlängerung hämmert Iñaki Williams bereits in der dritten Minute den Ball von
außerhalb des Strafraums in den Winkel des Kastens von Marc-André Ter Stegen.
Dabei bleibt es, der Pokal kommt nach Bilbao und die musikalische Party im
Mannschafshotel in Sevilla kann starten.
Auf der Bühne erscheinen zu später Stunde die Bandmitglieder – teils noch
in Spielkleidung. Iñigo Lekue trägt noch die kurze Hose, mit der er 82 Minuten
auf dem Feld geackert hat. Asier Villalibre hat sich die Ikurriña, die
baskische Flagge, umgewickelt. In diesem Outfit tragen sie ihren eingängigen
Rocksong „One Club Men“ in Euskera vor. Er ist eine Hommage an den Athletic
Club und insbesondere seine Philosophie – das Werk von sechs Freunden und
„Arbeitskollegen“, die außerhalb des Jobs Freude am gemeinsamen Musizieren
haben. Ein würdiger Rahmen für den ersten Titelgewinn seit der Supercopa 2015!
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Betidanik izan
naizela
-One club men!-
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Seit jeher war ich
-One Club Men!- Dieser ferne Glanz, mit dem du mich lockst,
bedeutet mir nichts. -One Club Men!- |

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