Kader Saison 2022/2023
Unter meinem Twitter-Account @AC_alemanez habe ich in den vergangenen Wochen jeden einzelnen aktuellen Athletic-Spieler in einem Kurzporträt vorgestellt. Hier noch mal alle zusammen:
Fotos: Athletic Club
· Spielerporträt Nr. 1:
Iker Muniain, *19.12.1992 in Pamplona, Rückennummer 10, ist mit 510 (!) Einsätzen für Athletic bei 71 Toren in 14 Saisons spielende Klublegende.
Der flinke Dribbler ist gefühlt seit ewig in #LaLiga, aber nicht einmal 30 Jahre alt. Zwei schwere Knieverletzungen haben seine Karriere geprägt, doch er kam immer zurück. Ließ im Alter von 13 Jahren Barça abblitzen und ging lieber ins Athletic-Internat. 2009 debütierte er bei den Profis. Läuft meist auf der linken offensiven Außenbahn oder im zentralen Mittelfeld auf.
Zitat: „Ich will lieber mit dir weinen, als mit anderen zu feiern.“
Fazit: One-Club Man, alles andere als ein Karriereende in Rot-Weiß ist undenkbar. Da darf er sich auch gern mal eine Zigarre auf Ibiza und ein extravagantes Auto erlauben.
Spielerporträt Nr. 2:
Dani Vivian, *5.7.1999 in Vitoria-Gasteiz, Rückennummer 3, lief bislang in 36 Spielen über 3 Saisons verteilt für Athletic auf und erzielte dabei 3 Treffer.
Den robusten Abwehrspieler hinderten Rückenprobleme an einem noch früheren Durchstarten in Bilbao. Während einer Leihe beim Zweitligisten CD Mirandés überzeugte er in der Saison 2020/21. Im A-Jugend-Alter wurde er bereits bei CD Basconia, der „Dritten“ von Athletic, regelmäßig eingesetzt. Als Innenverteidiger verblüfft er mit seiner Abgeklärtheit trotz des jungen Alters – ein geborener Leader.
Zitat: „Ich bin noch meilenweit vom Erreichen meiner wirklichen Fähigkeiten entfernt.“
Fazit: Sein Spitzname sagt alles. Ich fresse einen Besen, wenn „El Teniente“ (der Leutnant) nicht spätestens nach Muniains Karriereende Athletic-Kapitän wird. Den Stammplatz in der Innenverteidigung wird ihm niemand nehmen.
Spielerporträt Nr. 3:
Unai Simón, *11.6.1997 in Murgia (Álava), Rückennummer 1. Der spanische Nationaltorhüter spielt seit 6 Saisons bei Athletic und kassierte in 142 Einsätzen für den Klub lediglich 146 Tore.
Seit 2011 im Klub, machte er sich zunächst in der zweiten und dritten Mannschaft sowie bei den Profis als Stellvertreter von Kepa Arrizabalaga einen Namen. 2018 folgte die vielleicht kürzeste Leihe der Ligageschichte. 20 Tage nach Dienstantritt wurde Unai vom Elche FC nach Bilbao zurückbeordert, weil Kepa für eine Unsumme an Chelsea abgegeben wurde.
Seitdem ist er zur unumstrittenen Nummer 1 avanciert – nicht nur bei Athletic, sondern auch im spanischen Nationaldress.
Zitat: „Weil ich sehr groß oder sehr faul war, stellten sie mich ins Tor.“
Fazit: Top-Torhüter mit Vertrag bis 2025 ohne Ausstiegsklausel. Bei einem überragenden finanziellen Angebot wie damals bei Kepa würde Athletic wohl schwach werden. An Nachfolgern mangelt es nicht – Athletic ist eine ausgemachte Torwartschmiede.
Spielerporträt Nr. 4:
Nico Williams, *12.7.2002 in Pamplona, Rückennummer 11. Der 20-Jährige hat bereits 57 Spiele für Athletic auf dem Buckel und erzielte dabei 7 Treffer.
Nico folgte schon im zarten Alter von 10 Jahren seinem Bruder Iñaki in die Talentschmiede Lezama. Von der A-Jugend folgte schnell der Sprung zu den Profis – die üblichen Zwischenstationen Basconia und Bilbao Athletic wurden quasi überflogen.Der pfeilschnelle Offensivmann fühlt sich aufgrund seiner Beidfüßigkeit sowohl auf der linken als auch auf der rechten Bahn wohl. Anfangs oft als belebendes Element in der 2. Hälfte eingewechselt, ist er heute aus der Startformation kaum noch wegzudenken.
Zitat: „Ich hatte es leichter als mein Bruder.“
Fazit: Mit erst 20 Jahren wird Nico Athletic entweder viel Geld in Form einer Ablösesumme oder viel Freude bescheren. Die Fans hoffen auf Letzteres und dass die Familie viele Jahre vereint im rot-weißen Sturm wirbelt.
Spielerporträt Nr. 5:
Iñaki Williams, *15.6.1994 in Bilbao, Rückennummer 9. Mit 355 Spielen in neun Spielzeiten für Athletic und 80 erzielten Treffern ist er auf dem Weg zur Klublegende.
Der robuste Stürmer wuchs in Pamplona auf, wo er in einem Jugendverein für Aufsehen sorgte und im Sommer 2012 in die Akademie nach Lezama wechselte. 2014 debütierte er bei den Profis – unter dem damaligen und heutigen Coach Valverde. Iñaki ist nicht nur unglaublich schnell, sondern erfreut sich auch einer Gesundheit, die ihresgleichen sucht. 2021 pulverisierte er den Rekord für aufeinanderfolgende Partien ohne zu fehlen, der zuvor bei 203 Spielen lag.
Zitat: “Ich komme aus einer Familie, die sehr gelitten hat. Alles, was meine Eltern getan haben, haben sie für mich und meinen Bruder getan. Daher bin ich ihnen dankbar und tue alles Mögliche, um ihnen zu helfen und es ihnen zurückzuzahlen.“
Fazit: Vertrag bis 2028, Ausstiegsklausel 135 Mio. Euro. Das riecht nach One-Club-Man. Iñaki wird uns noch viele Jahre mit Sprints und Toren erfreuen.
Spielerporträt Nr. 6:
Mikel Vesga, *8.4.1993 in Vitoria-Gasteiz, Rückennummer 6. Der „Sechser“ mit der Nummer 6 spielt seine sechste Saison bei Athletic. In 147 Spielen erzielte er fünf Treffer.
Mikel Vesga verbrachte seine Jugend auf den Sportplätzen seiner Heimatstadt Vitoria, vornehmlich bei Deportivo Alavés. Als er 2014 seinen Vertrag nicht verlängerte, setzte der Klub ihn auf die Tribüne und er schloss sich der Reserve von Athletic an. Bei den Profis konnte er sich jedoch zuerst nicht durchsetzen. Es folgten zwei Leihen bei den damaligen Erstligisten Sporting Gijón und CD Leganés. Seit 2019 ist er zurück bei Athletic und spielt eine zunehmend wichtigere Rolle.
Zitat: „Ich bin in meinem besten Moment, was meine fußballerische und geistige Reife angeht.“
Fazit: Als „Diesel“-Fußballer bezeichnete eine Zeitung ihn mal: Dauerläufer, aber wenig explosiv. Seine Leistung für die Balance zwischen Offensive und Defensive wird häufig unterschätzt – Toni Kroos lässt grüßen.
Spielerporträt Nr. 7:
Óscar de Marcos, *14.4.1989 in Laguardia (Álava), Rückennummer 18. Der Rechtsverteidiger gehört auch zu den Dauerläufern bei Athletic. Er spielt seine 14. Saison in Rot-Weiß, lief 471-mal auf und erzielte 35 Tore.
„Demar“ kam ebenso wie Mikel Vesga von Deportivo Alavés. Als der Klub 2009 in die dritte Liga abstieg, schlug Athletic zu und sicherte sich die Dienste des 20-Jährigen. Damals spielte er noch offensiv, meist im zentralen oder rechten Mittelfeld. Als Vereinslegende Andoni Iraola seine Karriere beendete, eignete sich de Marcos nach und nach den Posten des nun verwaisten rechten Verteidigers an, wo er bis heute zum Einsatz kommt.
Zitat: „Wenn es bei Athletic für mich vorbei ist, ist es auch für mich vorbei mit dem Fußball.“
Fazit: Schafft der (Fast-)One-Club Man die 500 Einsätze noch? De Marcos‘ Vertrag läuft am Saisonende aus. Es wäre eine schöne Würdigung seiner außergewöhnlichen Karriere und Vereinstreue, wenn der Klub noch mal ein Jahr dranhängen würde.
Spielerporträt Nr. 8:
Oihan Sancet, *25.4.2000 in Pamplona, Rückennummer 8. Der offensive Mittelfeldmann spielt seine vierte Saison bei Athletic und traf
in 92 Spielen zwölfmal.
Oihan wechselte als B-Jugendlicher von CA Osasuna nach Bilbao. Als er kurz vor
seinem ersten Einsatz bei den Profis stand, riss er sich jedoch 2018 das
Kreuzband. So musste sein Debut bis 2019 warten – zum Einstand lief er
direkt gegen Barça auf. Unter Marcelino blühte er besonders in der vergangenen Saison auf. Sein
Hattrick Anfang 2022, ausgerechnet bei Osasuna, machte ihn zum zweitjüngsten
Spieler der Athletic-Geschichte, dem dieses Kunststück gelang.
Zitat: „Ich hoffe, viele Jahre bei Athletic zu spielen, hier gehöre ich hin.“
Fazit: Schnell, wendig, torgefährlich und
erst 22 Jahre jung. Oihan kann Athletic noch viele Jahre Freude bereiten. Sein
Vertrag läuft 2024 aus und damit besteht für die Klubführung baldiger
Handlungsbedarf.
Spielerporträt Nr. 9:
Íñigo Martínez, *17.5.1991 in Ondárroa (Bizkaia), Rückennummer 4. Der Innenverteidiger spielt seine sechste Saison bei Athletic und traf in 169 Spielen siebenmal.
Bei seinem Heimatverein in Ondárroa zog Íñigo das Interesse von Real Sociedad auf sich. Der Klub aus San Sebastián verpflichtete ihn mit 15 Jahren. In der Küstenstadt lief er nach der Jugend für die zweite Mannschaft und bald für die Profis auf. Im Sommer 2018 wechselte er „auf die andere Seite der Autobahn“, als ihn Athletic für die festgeschriebene Summe von 32 Mio. Euro verpflichtete, nachdem Aymeric Laporte den Klub gen Manchester verlassen und etwa die doppelte Summe in die Kassen gespült hatte.
Zitat: „In Bilbao ist es einfach, gleichzeitig ein normaler Mensch und Fußballprofi zu sein. Du gehst auf die Straße, siehst Leute, und sie lassen dich in Frieden.“
Fazit: Quo vadis, Íñigo? Sein Vertrag läuft am Saisonende aus. Will Athletic noch ein wenig Geld mit seinem Abgang machen, muss er im noch Winter gehen. Barça soll das Ziel sein. Oder kommt doch noch die Vertragsverlängerung?
Spielerporträt Nr. 10:
Íñigo Lekue, *4.5.1993 in Bilbao, Rückennummer 15. Der Allrounder spielt seine achte Saison bei Athletic und traf in 199 Spielen viermal.
Lekue stammt von einem der 166 Athletic vertraglich angeschlossenen Jugendvereine: Danok Bat. Ganz klassisch folgte für ihn danach erst das „Farmteam“ Basconia, bevor es über Bilbao Athletic zu den Profis ging. Valverde nahm ihn in seiner zweiten Amtszeit unter die Fittiche. Während Lekue anfangs noch häufig offensiver und auf beiden Bahnen eingesetzt wurde, ist er heute meist Ersatz für Óscar de Marcos als rechter Verteidiger, teilweise auch links.
Zitat: „In der Kabine merke ich, dass meine Mitspieler auf mich zählen. Ich will mich in den Dienst der Mannschaft stellen, nützlich sein.“
Fazit: Lekues Vertrag läuft Ende der Saison aus. Auch wenn ihn Verletzungen zurückgeworfen haben und seine Leistungen schwanken, wäre es wohl fahrlässig, einen so vielseitigen Spieler ziehen zu lassen.
Spielerporträt Nr. 11:
Yeray Álvarez, *24.1.1995 in Barakaldo (Bizkaia), Rückennummer 5. Der Innenverteidiger spielt seine siebte Saison bei Athletic und traf in 186 Partien viermal.
Yerays Werdegang ist Athletic-klassisch: Mit 13 Jahren vom angeschlossenen Verein Danok Bat verpflichtet, durchlief er alle Jugendmannschaften in Lezama, danach ging es zu Basconia und Bilbao Athletic. 2016 Debüt bei den Profis. Bereits kurz später erkrankte er an einem Tumor, woraufhin ihm ein Hoden entfernt wurde. Bereits wenige Wochen später gab er sein Comeback, erkrankte ein Jahr später erneut, überstand die Chemotherapie und kam zum Team zurück.
Zitat: „Der Krebs erdet dich.“
Fazit: Vertrag bis 2026, durchweg solide Leistungen. Yeray bildet zusammen mit Dani Vivian ein Innenverteidiger-Duo der Zukunft, von dem viele andere LaLiga-Klubs nur träumen können.
Spielerporträt Nr. 12:
Ander Herrera, *14.8.1989 in Bilbao, Rückennummer 23. Die Kreativkraft kommt auf insgesamt vier Saisons bei Athletic und traf in 135 Partien elfmal.
Ander wuchs in Saragossa auf und wurde beim dortigen Klub Real ausgebildet. Dort debütierte er 2009 in der zweiten Liga. Zur Saison 2011/12 wurde er erstmalig zu Athletic transferiert. Nach drei erfolgreichen Jahren verabschiedete er sich 2014 gen Manchester United. Sein Transfer spülte mit 36 Mio. Euro ein nettes Sümmchen in die Klubkassen. 2019 wechselte Herrera zu Paris St. Germain, von wo aus er momentan für eine Saison an Athletic ausgeliehen ist.
Zitat: „Ich weiß, dass die Ansprüche an mich hoch sein werden.“
Fazit: Das Verletzungspech hat dazu geführt, dass die hohen Ansprüche bislang nicht erfüllt wurden. Der weitere Saisonverlauf wird entscheiden, ob im Sommer eine Kaufoption gezogen wird. Für den Europacup wäre eine erfahrene Kraft wie er unabdingbar.
Spielerporträt Nr. 13:
Yuri Berchiche, *10.2.1990 in Zarautz (Gipuzkoa), Rückennummer 17. Der Mann für die linke Bahn kommt auf insgesamt fünf Saisons bei Athletic und traf in 133 Spielen zehnmal.
Yuri ist für Athletic-Verhältnisse quasi ein Weltenbummler. Zunächst beim Rivalen Real Sociedad ausgebildet, lauten seine weiteren Stationen Tottenham, Cheltenham, Valladolid, Real Unión, Eibar, Real Sociedad, Paris St. Germain. 2018 folgte der Schritt nach Bilbao. Athletic überwies rund 20 Mio. Euro in die französische Hauptstadt. In seinen ersten Saisons war er Stammkraft, bevor ihm Long Covid und eine Schambeinentzündung lange zu schaffen machten. Scheint nun wieder auf dem Damm.
Zitat: “Ich glaube, die ganze Mannschaft wäre bereit, jedem die Hand zu reichen, der es benötigt.“
Fazit: Berchiches Vertrag läuft noch bis 2024. Je nachdem, wie sich der junge Imanol García de Albéniz (derzeit an Eibar verliehen) auf der linken Abwehrseite entwickelt, dürfte Yuri in Zukunft mehr oder weniger Spielzeit bekommen. Mit seiner Erfahrung vorerst unverzichtbar.
Spielerporträt Nr. 14:
Unai Vencedor, *15.11.2000 in Bilbao, Rückennummer 16. Der Mittelfeldmotor hat in vier Saisons bei Athletic 78 Spiele bestritten und bislang noch keinen Treffer erzielt.
Unai stammt aus dem Umlandklub Santutxu FC, von wo aus er 2017 in die Athletic-A-Jugend kam. Er übersprang den üblichen Schritt Basconia und schaffte es über Bilbao Athletic Anfang 2020 zu den Profis.
Zitat: „Sergio Busquets ist der Spiegel, in den ich schaue.“
Fazit: Unai besticht durch seine Spielintelligenz und ist (siehe Zitat) ehrgeizig. Der neue spanische Nationalcoach Luis de la Fuente setzte schon in der U21 stark auf ihn. Vertrag bei Athletic bis 2027. Ihm gehört die Zukunft auf der 6.
Spielerporträt Nr. 15:
Julen Agirrezabala, *26.12.2000 in Donostia, Rückennummer 13. Der zweite Tormann hinter Unai Simón hat in zwei Saisons bei Athletic 11 Spiele bestritten und neun Treffer kassiert.
Julen wurde bei Antiguoko KE in San Sebastián ausgebildet und wechselte 2018 als A-Jugendlicher „auf die andere Seite der Autobahn“. Danach klassisch erst Basconia, dann Bilbao Athletic und Ersatzkeeper bei den Profis. In der vergangenen Saison machte Julen in der Copa del Rey auf sich aufmerksam, wo er bis zum Ausscheiden im Halbfinale alle Spiele bestritt. Besonders die starken Auftritte gegen Real und Barça rückten ihn ins Rampenlicht.
Zitat: „Mein Ziel ist es, Stammtorwart in der ersten Mannschaft zu werden und hier meine Karriere zu bestreiten.“
Fazit: Julen ist ein kompletter Schlussmann, der Unai Simón höchstens in Erfahrung nachsteht. Unai ist allerding nur drei Jahre älter, und so steht zu befürchten, dass einer von beiden früher oder später den Klub verlässt.
Spielerporträt Nr. 16:
Ander Capa, *8.2.1992 in Portugalete (Bizkaia), Rückennummer 21. Der Rechtsverteidiger bringt es in fünf Saisons bei Athletic auf 106 Partien, bei denen er fünfmal ins Schwarze traf.
Ander ist ein Beispiel dafür, dass die Türen bei Athletic offen bleiben. Er schied 2005 aus der Jugendakademie aus, ging zurück zu seinem Jugendverein Danok Bat und schaffte es dann über die SD Eibar 2018 zurück nach Bilbao.
Zitat: „Mir wird gesagt, ich solle nicht immer so ehrlich sein.“
Fazit: Auf Anders Abwehrseite bekommt meist Óscar de Marcos den Vorzug, dessen Nachfolger er wäre – allerdings ist Ander auch nur rund drei Jahre jünger. Viel wird davon abhängen, ob de Marcos noch ein weiteres Jahr dranhängt oder die Schuhe an den Nagel hängt.
Spielerporträt Nr. 17:
Mikel Balenziaga, *29.2.1988 in Zumárraga (Gipuzkoa), Rückennummer 24. Der erfahrene Linksverteidiger traf in 318 Spielen während zwölf Saisons bei Athletic zweimal.
Balenziaga begann seine Karriere beim baskischen Rivalen Real Sociedad. Von der dortigen „Zweiten“ wechselte er 2008 zu Athletic. Da er sich in Bilbao nicht durchsetzte, wurde er zunächst zu Numancia in die zweite Liga verliehen. Auch nach seiner Rückkehr wurde es nichts mit dem Stammplatz, so dass es für ihn nach Valladolid ging. Nach zwei Jahren dort schaffte er den Durchbruch bei Athletic, und war bis 2018 Stammspieler, als für seine Position Yuri verpflichtet wurde. Seitdem Ergänzungsspieler.
Zitat: „Jedes Jahr ist anders, jedes Jahr gibt es Konkurrenz. Ich versuche, für jedes Spiel optimal vorbereitet zu sein.“
Fazit: Teamplayer, der sich nicht scheut, sich dem Teamgefüge unterzuordnen. Mit bald 35 Lenzen sowie Yuri und bald Imanol vor der Nase dürfte die Zeit für Balenziaga bei Athletic am Vertragsende (Ende dieser Saison) ablaufen.
Spielerporträt Nr. 18:
Oier Zárraga, *4.1.1999 in Getxo (Bizkaia), Rückennummer 19. Die Kreativkraft kommt auf drei Saisons und 52 Partien bei Athletic. Dabei traf er bislang einmal.
Mit gerade einmal zehn Jahren wurde Oier bereits in die Athletic-Akademie in Lezama aufgenommen und hat seitdem die klassische Laufbahn bestritten: Alle Jugendteams, dann Basconia, Bilbao Athletic und seit 2020 Profis.
Zitat: “Der Grund dafür, dass ich mit angezogener Handbremse gespielt habe, bin ich selbst.“
Fazit: Oier muss die Handbremse vollständig lösen, um im offensiven Mittelfeld in die großen Fußstapfen von Iker Muniain zu treten. Sein Vertrag läuft zum Saisonende aus. Ein mögliches Szenario ist eine Verlängerung und Ausleihe.
Spielerporträt Nr. 19:
Alex Berenguer, *4.7.1995 in Barañain (Navarra), Rückennummer 7. Der Offensivmann kommt auf drei Saisons und 99 Partien bei Athletic. Dabei traf er bislang 17-mal.
Álex wurde heimatnah bei CA Osasuna ausgebildet und schaffte dort über die Jugend den Sprung zu den Profis, für die er in der 1. und 2. Liga auflief. 2017 wechselte er nach Italien zum FC Turin. In der italienischen Serie A war er drei Saisons lang Stammspieler und zog so das Interesse aus Bilbao auf sich. Athletic überwies 12 Mio. Euro an die Torino und sicherte sich die Dienste des wendigen Flügelstürmers.
Zitat: „Ich habe nie Druck gespürt, weil ich einer der wenigen Transfers im Team bin.“
Fazit: Bestes Fußballeralter, kreative, durchschlagskräftige Offensivkraft. Athletic täte gut daran, den 2024 ablaufenden Vertrag bald zu verlängern.
Spielerporträt Nr. 20:
Raúl García, *11.7.1986 in Pamplona, Rückennummer 22. Der Veteran kommt in acht Saisons für Athletic auf 311 Partien und 82 Tore.
“Rulo” wurde in seiner Heimat bei CA Osasuna ausgebildet, wo er 2004 bei den Profis debütierte. 2007 wechselte er zu Atlético Madrid. Dort gewann er zweimal die Europa League, einmal die Meisterschaft und einmal den Pokal. 2015 dann der Schritt nach Bilbao. Bei Athletic wurde er vom Mittelfeldspieler zum Stürmer umfunktioniert und ist bis heute auf dieser Position sehr erfolgreich unterwegs. Er ist nur noch einen Treffer davon entfernt, in der internen Torjägerliste Pitxitxi zu überholen.
Zitat: „Das Leben ist nicht das, was ich hier erlebe. Wir müssen solidarisch sein, wenn wir einen Wohlfahrtsstaat wollen, in dem jeder ein würdiges Leben führen kann. Ich freue mich, wenn mir die Steuern erhöht werden, solange das Geld dorthin geht, wo es gebraucht wird.“
Fazit: Vorbild auf und neben dem Platz und auch mit 36 Jahren immer noch für ein entscheidendes Tor gut. Schade, dass sein Vertrag ausläuft. Vielleicht hängt er noch ein Jährchen dran.
Spielerporträt Nr. 21:
Asier Villalibre, *30.9.1997 in Gernika (Bizkaia), Rückennummer 20. Der „Büffel“ kommt in sechs Saisons für Athletic auf 101 Partien und 13 Tore.
Bei seinem Heimatverein Gernika ausgebildet, kam der Stoßstürmer früh in die Athletic-Jugend, wo ihm Jugendtrainer Txus Gojenuri wegen seiner Durchsetzungskraft den Spitznamen „El Búfalo“ verpasste, den er bis heute trägt. Villalibre wartet bis heute auf den Durchbruch bei Athletic. Auch bei seinen Ausleihen an Numancia, Valladolid und Lorca konnte er nicht vollends überzeugen. In der Saison 2020/21 lief es für ihn bei Athletic relativ gut, aber bei 35 Einsätzen traf er nur viermal.
Zitat: „Ich bin mental sehr stark und glaube mehr an mich als zuvor.“
Fazit: Villalibres Vertrag läuft aus. Athletic ohne den Publikumsliebling mit der Trompete ist für viele Fans schlicht unvorstellbar. Vielleicht muss sich der Büffel noch mal anderswo die Hörner abstoßen, bevor er stärker als je zuvor zurückkommt.
Spielerporträt Nr. 22:
Gorka Guruzeta, *12.9.1996 in Donostia, Rückennummer 12. Der Mittelstürmer bringt es auf drei Saisons für Athletic, in denen er 21 Partien bestritt und 6 Tore erzielte.
Gorka begann das Kicken bei Antiguoko in seiner Heimatstadt und wurde nach der Jugend von Athletics „Dritter“ CD Basconia verpflichtet. Danach überzeugte er als Goalgetter bei Bilbao Athletic und wählte den Zwischenschritt zweite Liga. Dort schien ihn aber das Pech zu verfolgen: Sowohl mit CE Sabadell als auch mit SD Amorebieta stieg er ab. Athletic nutzte vergangenen Sommer eine Klausel zur Wiederverpflichtung, die bis 2024 galt.
Zitat: „Ich genieße das Vertrauen des Trainers und meiner Mitspieler. Ich will Tore machen und helfen.“
Fazit: Die beiden pfeilschnellen Williams-Brüder auf den Flügeln füttern Guruzeta mit Vorlagen und er verwertet – gegen bestimmte Gegner ist das ein ausgezeichneter Plan. Gorka verleiht Athletic mehr Flexibilität im Angriff.
Spielerporträt Nr. 23:
Jon Morcillo, *15.9.1998 in Amorebieta (Bizkaia), Rückennummer 2. Der Linksaußen spielt seine dritte Saison für Athletic und bestritt dabei 51 Partien (2 Tore).
„Morci“ lernte in seiner Heimatstadt Amorebieta das Kicken, kam danach klassisch zu Basconia und überzeugte unter Coach Joseba Etxeberria in der „Zweiten“ Bilbao Athletic. Seit 2020 bei den Profis, zündete aber bislang nicht richtig. Anfang 2022 wurde er an Real Valladolid verliehen. Dort gelang der Aufstieg in die Primera División, allerdings ohne nennenswerte Beteiligung von Morcillo. Seit Anfang der Saison wieder bei Athletic und meist nur in den letzten Spielminuten eingewechselt.
Zitat: „Meine Spielweise war schon immer frech und ich habe große Lust, mich weiter zu verbessern.“
Fazit: Auf dem linken Flügel können Muniain, Nico Williams und Berenguer spielen. Der verliehene Nico Serrano stößt bald noch als weiterer Konkurrent dazu. Morcillo wird sich Gedanken um seine Zukunft machen.
Spielerporträt Nr. 25:
Aitor Paredes, *29.4.2000 in Bilbao, Rückennummer 31. Der Innenverteidiger kommt in zwei Saisons für Athletic auf vier Spiele ohne Torerfolg.
Athletic-klassischer Werdegang: bereits mit 10 Jahren ins NLZ Lezama aufgenommen, spielte Aitor in allen Jugendmannschaften des Klubs und stieß bereits im A-Jugendalter zur „Dritten“ CD Basconia. Danach Bilbao Athletic, jetzt im Profi-Kader.
Fazit: Durchschlagskräftiger Innenverteidiger, kopfballstark und gefährlich bei Standards. Er braucht noch Entwicklungszeit, aber sollte Íñigo Martínez gehen, wird Aitor recht schnell zu weiteren Einsätzen kommen.
Spielerporträt Nr. 26:
Adu
Ares, *12.10.2001 in Bilbao, Rückennummer 29.
Der offensive Mittelfeldmann kommt in einer Saison für Athletic auf ein Spiel und
traf noch nicht.
Adu Ares spielte sich beim Viertligisten Santutxu im Umfeld von Bilbao in die
Bücher der Späher. Athletic schlug schnell zu und es gelang rasch der Sprung
von CD Basconia zur Zweiten Bilbao Athletic. Vergangene Saison hatte er dort mit sechs Treffern in 18 Auftritten
entscheidenden Anteil am Klassenerhalt in der dritten Liga. Diese Saison hat
ihn Ernesto Valverde in den Profikader aufgenommen.
Fazit: Offensiver Dribbler mit Zukunft. Auf seiner Stammposition auf links
herrscht jedoch akutes „Overbooking“ bei Athletic. Nächste Saison dürfte eine
Leihe bei einem Zweitligisten wahrscheinlich sein.

























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